Donnerstag, 21 November 2019 12:45

Presseerklärung OV DIE LINKE Bad Harzburg Erweiterung Gefahrstofflager PLG

OVBADHARZBURGLiebe Bad Harzburger,

bitte stellen Sie sich vor, Sie sind im Harzburger Rat, Bürgermeister oder An/Einwohner und müssten nach bestem Wissen und Gewissen einem Antrag zustimmen oder ihn ablehnen:

Die Firma PLG strebt eine Erweiterung ihrer Lagerflächen an. Gelagert werden gefährliche Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien.

Die Bisherige Genehmigung umfasst ein Grundstück, so groß wie ca. 5 Fußballfelder mit einem Volumen von 7800 Tonnen. Dieses Volumen soll verdreifacht werden.

Als Lagergrundstück ist Bad Harzburg, Gödeckekamp 7, Gemarkung Harlingerode, Flur 23, Flurstück 29/6. Dort sollen die Stoffe gelagert, kommissioniert und umgeschlagen werden.

Vorteile:

  • Bad Harzburg erhält Grundsteuer
  • Arbeitsplätze + ?

Nachteile:

  • Die Grundsteuer wird auch ohne Erweiterung schon gezahlt
  • Der Hauptsitz von PLG bleibt in Baddeckenstedt und damit auch nur dort die Gewerbesteuereinnahmen
  • Massive Bedenken von Umweltverbänden und Geologen (Erdfall, Karstuntergrund, die GZ hat darüber 2016 ausführlich berichtet)
  • Erhöhte Gefährdung des Grundwassers und Oberflächenwassers (nur 250 m von der tiefer gelegenen Radau entfernt) bei einem Störfall
  • Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie wies schon 2016 auf instabile Bodenverhältnisse hin (Gegenmaßnahme: Verstärkung von Statik und Bodenplatten)
  • Eine Ansiedlung der PLG in Goslar-Bassgeige wurde abgelehnt (Umgang mit wassergefährdeten Stoffen in der Nähe des Wasserschutzgebietes)
  • Lagerkapazität von akut toxischen Stoffen soll verzehnfacht werden
  • Emissionen in die Umgebungsluft durch Lagerhallenlüftung

Wir denken, auf diesen Antrag kann es nur eine Entscheidung geben: Die Ablehnung!

Weit gefehlt! All diese Faktoren haben schon 2016 weder Rat noch Hauptverwaltung davon abgehalten, sich für die Ansiedlung stark zu machen.

Wir meinen: Es ist schwer nachvollziehbar, dass sich eine Kommune, die sich als staatlich anerkanntes Heilbad und Kurstadt vermarktet, auf ein Gefahrstofflager stolz ist (IHK Braunschweig vom Juni 2019).

Bad Harzburg profitiert nur von der Grundsteuer, aber zum Preis einer erhöhten Gefährdung von Mensch und Natur.

Aus den aufgeführten Gründen ist einer Erweiterung um die dreifache Menge an Gefahrenstoffen nicht zuzustimmen. Es sei denn man ist so zynisch, dass man meint, die Gefahr ist jetzt halt da; da kommt es auf ein „mehr davon“ auch nicht mehr an.

Siehe auch: https://regionalgoslar.de/bund-warnt-vor-ueber-22-000-tonnen-giftiger-stoffe-in-der-kurstadt/

2019 05 Lagekarte PLG Erweiterung

Bitte beachten Sie die Veranstaltung des BUND am 29.11. im Gewerbegebiet Bad Harzburg am Gödeckekamp 7 14:30 Uhr

Zum Antrag Teil 1

Zum Antrag Teil 2

https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Chemikaliensicherheit/seveso_richtlinie_verordnung_bf.pdf

Gelesen 210 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 November 2019 23:07