Mittwoch, 27 Mai 2020 19:07

Die Corona-Schock-Strategie – Klatschen für Krankenschwestern, Milliardengeschenke für Aktionäre

22 KW 2020 NewsletterDafür werden die Krankenschwestern sicherlich Verständnis haben: Da die Bundesregierung die angeschlagene Lufthansa „retten“ muss und die Automobilhersteller sich mit ihrem dreisten Wunsch nach einer „Kaufprämie“ für Neuwagen Medienberichten zufolge auch durchsetzen werden, ist von der „Corona-Prämie“, die Jens Spahn vor einigen Wochen großspurig angekündigt hat, nicht mehr die Rede. Stattdessen fließen die – noch gar nicht vorhandenen – Steuermilliarden nun einmal mehr über Dividenden in die Taschen der Großaktionäre. Da freut sich nicht nur das Geschwisterpaar Klatten/Quandt, sondern vor allem die Wall Street, gehören die meisten Konzerne, denen nun Milliardengeschenke auf dem Silbertablett gereicht werden, doch mehrheitlich Finanzkonzernen wie BlackRock und Vanguard. Braucht es noch mehr, um die Charakterlosigkeit der Regierenden offenzulegen? Von Jens Berger/Nachdenkseiten.

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Nachtrag Sahra Wagenknecht: 

"Wenige Tage nach der Einigung über die „Rettung“ der Lufthansa mit Steuergeldern sind heute neue Schreckensmeldungen in der Presse zu lesen: 22.000 Vollzeitstellen, beziehungsweise 26.000 Arbeitsplätzen drohen bei der Lufthansa die Streichung, die Hälfte davon in Deutschland. Zahlreiche Start- und Landerechte müssen zudem abgegeben und die Flotte verkleinert werden. Ich frage mich: Wozu springt der Staat mit neun Milliarden Euro ein, wenn nicht, um essenzielle Infrastruktur und Arbeitsplätze zu sichern? Es darf nicht sein, dass mit Steuergeldern die Dividenden der Aktionäre „gerettet“ werden, nicht aber die Beschäftigten und notwendige Verkehrsinfrastruktur.
Und doch ist genau das in dieser Krise wieder einmal das Muster: Investoren und Superreiche werden auf Kosten der Allgemeinheit geschützt, während die Ärmsten durchs Raster fallen und die Bürgerinnen und Bürger die Zeche zahlen sollen. So war es 2008/2009 in der Finanzkrise und so schaut es nun auch wieder aus."