Höheres Kindergeld ab Juli 2019, haha!

Kindergelderhöhung „Endlich einmal eine tolle Meldung! Endlich folgt der vollmündigen Ankündigung des angekündigten Familienstärkungsgesetzes eine sinnvolle Maßnahme!“, dachte ich. Und dann auch noch die Erhöhung des Kinderfreibetrages !

AAAAAber: Meine Miene verdüsterte sich beim Weiterlesen. Das Kindergeld wird aufgestockt um die enorme Summe von 10, 00 €. Wow, da kriegen die Familien einen richtigen Schluck aus der Finanzpulle -).

Und als ich noch weiterlas, schlug meine anfängliche Begeisterung in Empörung um, denn die Erhöhung gilt nicht für alle! Ich hätte jetzt erwartet, dass die Erhöhung für begüterte Familien möglicherweise ausfällt, aber da lag ich falsch. Nein, die Erhöhung wird auf den Hartz IV – Satz angerechnet, also kommt gerade bei 1,1 Millionen Familien (Bundesagentur für Arbeit), die mit jedem Euro rechnen müssen, nichts an.

Union und SPD verteidigen ihr Vorgehen, aus den anderen Fraktionen gibt´s Kritik (gut, von einer Reaktion seitens der AFD habe ich noch nichts gehört..)

Bei allem Verständnis: Soziale Gerechtigkeit geht anders!!!

Der Staat spart dabei viel Geld. Allein im vergangenen Jahr wurden die Hartz-Leistungen unterm Strich um 4,9 Milliarden Euro reduziert. Das geht aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die als Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervorgeht.

Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages für DIE LINKE, bezeichnete die Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz IV als «Dauerskandal». «Kinder Gutverdienender profitieren vom Kinderfreibetrag. Kinder aus Familien, die nicht auf Hartz IV angewiesen sind, bekommen das Kindergeld. Die Ärmsten aber bekommen gar nichts.» Das sei das krasse Gegenteil einer ausgleichenden Familienpolitik. Der Begriff "Dauerskandal" hat seine Berechtigung, denn auf diese Weise wurde in den letzten Jahren (seit 2007) fast 50 Milliarden Euro eingespart, auf Kosten von .... na ja das kennen wir mittlerweile zur Genüge!

https://www.wunderweib.de/hartz-iv-skandal-fast-50-milliarden-kindergeld-an-beitraege-angerechnet-103692.html