Samstag, 10 August 2019 11:46

Die Macht der Konzerne: Kleine Zeitungsmeldung eigentlich riesiger Umweltskandal

Fracking No

Hannover, den 31.Juli 2019

Zeitungsmeldung: Überprüfung aller Einpressbohrungen angeordnet.

Als Reaktion auf ein Leck in einer Bohrstelle in Emlichheim hat das Landwirtschaftsministerium die kurzfristige Überprüfung aller Einpressbohrungen in Niedersachsen angeordnet.“

Klingt nach einem niedlichen kleinen „Missgeschick“ und ist doch ein riesiger Umweltskandal, der kleingehalten werden soll und Fracking-Gegner in ihrer Argumentation bestätigt

2019AugustGZFrackingunfall

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Leck-in-Emlichheim-Staatsanwaltschaft-ermittelt,wintershall120.html

Allein in Niedersachsen befinden sich 220 aktive Einpressbohrungen

In Endlichheim ist über 4 ½ Jahre belastetes Lagerstättenwasser ausgelaufen. Man weiß, dass die enorme Menge von bis zu 220.000 Kubikmeter Wasser auch das Grundwasser erreicht hat. Natürlich wird darauf hingewiesen, dass für die Bevölkerung akut keine Gefahr, z.B. durch die Trinkwasserversorgung bestünde; akut meint: derzeit besteht noch keine Gefahr. Auch Hydrologen wissen noch nicht, wo sich dieses Wasser befindet und vor allem, wohin es sich bewegt.

Zusammensetzung von Lagerstättenwasser

Die Zusammensetzung des Wassers hängt von der jeweiligen Gesteinsschicht ab. In Norddeutschland besteht es in der Regel aus stark salzhaltigen Lösungen sowie geringen Mengen an Kohlenwasserstoffen. Je nach Lagerstätte können auch andere Stoffe wie Quecksilber oder natürliche schwach radioaktive Stoffe, sogenannte NORM-Stoffe, enthalten sein.

Entsorgung

Das an den Förderstellen anfallende Lagerstättenwasser wird per Rohrleitung oder Tanklastwagen zu Versenkbohrungen befördert und dort nach vorheriger Aufbereitung, inklusive Abscheidung der enthaltenen Kohlenwasserstoffe, wieder in den tiefen Untergrund eingebracht. All diese Maßnahmen müssen von der zuständigen Aufsichtsbehörde zunächst genehmigt werden und unterliegen regelmäßigen Kontrollen.

https://www.erdgas-aus-deutschland.de/de-de/erdgas/im-fokus/lagerst%C3%A4ttenwasser

https://www.erdgas-aus-deutschland.de/de-de/erdgas/im-fokus/lagerst%C3%A4ttenwasser

Die Bürgerinitiative „Flecken Langwedel gegen Erdgasbohren“ beschreibt alles klarer:

Zusammensetzung
Auch die Inhaltsstoffe des Lagerstättenwassers und ihre anteiligen Mengen sind von Lagerstätte zu Lagerstätte unterschiedlich. Entweder liegen die Inhaltsstoffe in gelöster Form vor oder sie sind an im Wasser enthaltene Feststoffe angelagert. Salze wie Natrium-, Calcium-, Kalium- und Magnesiumchlorid sind die Hauptbestandteile des Lagerstättenwassers und machen es zu einer hochkonzentrierten Salzlösung.

Darüber hinaus ist Lagerstättenwasser mit giftigen Schwermetallen wie Quecksilber, Blei und Arsen belastet sowie mit aromatischen Kohlenwasserstoffen wie den BTEX-Aromaten Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol. Alle diese Stoffe sind mindestens als „gesundheitsschädlich" eingestuft. Zusätzlich kann Lagerstättenwasser radioaktive Stoffe natürlichen Ursprungs enthalten, die NORM-Stoffe genannt werden (Naturally Occurring Radioactive Material). Dazu zählen u. a. Radium 226 und Polonium 210 als Zerfallsprodukte von Uran 238.

Umweltaspekte
Die im Lagerstättenwasser enthaltenen Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und NORM-Stoffe entsprechen mindestens einer der Gefährdungsklassen „Gesundheitsschädlich", „Giftig", „Umweltgefährlich" oder „Radioaktiv". Die Salze Calcium- und Magnesiumchlorid sind in die Gefährdungsklasse "Reizend" eingestuft. Rechtlich betrachtet ist der Transport von Lagerstättenwasser kein Gefahrguttransport im Sinne der Transportvorschriften – es wird der Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend) zugeordnet.

Verpressung von Lagerstättenwasser weiter erlaubt!! Das ist alles andere als hinnehmungswürdig. Unsere Stellungnahme dazu!

Eine Geschichte darüber, wie meine Vorstellung vom „sauberen Energieträger
Erdgas“ von der Realität eingeholt wurde.